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Wahrgenommene finanzielle Schwierigkeiten und Schlaf in einer Kohorte von Erwachsenen aus der Allgemeinbevölkerung: Die vermittelnde Rolle psychosozialer und lebensstilbezogener Faktoren

Ambra Chessa, Stephanie Schrempft, Viviane Richard, Hélène Baysson, Nick Pullen, María-Eugenia Zaballa, Elsa Lorthe, Mayssam Nehme, Idris Guessous, Silvia Stringhini für die Specchio-Studiengruppe.
Perceived financial hardship and sleep in an adult population-based cohort: The mediating role of psychosocial and lifestyle-related factors.Sleep Health, 22. Januar 2025, doi: 10.1016/j.sleh.2024.12.006.

Zusammenfassung

Hintergrund: Soziale Ungleichheiten in Bezug auf den Schlaf sind bereits bekannt, aber die Mechanismen, die diesen Zusammenhang erklären, sind weniger erforscht. Diese Studie untersucht den Zusammenhang zwischen wahrgenommenen finanziellen Schwierigkeiten und Schlaf in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung und geht dabei auf die vermittelnde Rolle psychosozialer und lebensstilbedingter Faktoren ein.

Methoden: Wir verwendeten Daten aus der Specchio-Kohorte, einer auf der Allgemeinbevölkerung basierenden Studie in Genf, Schweiz, die im Dezember 2020 eingeleitet wurde. Wahrgenommene finanzielle Schwierigkeiten und schlafbezogene Ergebnisse (Schlaflosigkeit, Schlafqualität und Schlafdauer) wurden zwischen 2020 und 2021 per Fragebogen erhoben. Es wurde eine kontrafaktische Mediationsanalyse durchgeführt, um zu untersuchen, inwieweit wahrgenommene finanzielle Schwierigkeiten den Schlaf über psychosoziale Faktoren (psychologische Notlage und Einsamkeit) und Lebensstilfaktoren (Gewicht, Rauchen und körperliche Inaktivität) beeinflussen. Die Modelle wurden nach Alter, Geschlecht, Bildungsniveau, Alleinleben und chronischen Krankheiten angepasst.

Ergebnisse: Unter den 4388 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatten diejenigen mit finanziellen Schwierigkeiten ein höheres Risiko für Schlaflosigkeit (Odds Ratio: 2,11; 95% Konfidenzintervall: 1,70-2,61), schlechte Schlafqualität (Odds Ratio: 1,69; 95% KI: 1,41-2,02) und das Nichteinhalten der empfohlenen Schlafdauer (Odds Ratio: 1,40; 95% KI: 1,18-1,66) als diejenigen ohne finanzielle Schwierigkeiten. Psychosoziale Faktoren erklärten 40 % des Zusammenhangs zwischen finanziellen Schwierigkeiten und Schlaflosigkeit, 35 % mit schlechter Schlafqualität und 10 % mit einer unzureichenden Schlafdauer. Lebensstilfaktoren trugen zu 8 %, 12 % bzw. 17 % bei.

Schlussfolgerung: Wahrgenommene finanzielle Schwierigkeiten sind ein signifikanter Prädiktor für schlechten Schlaf, ein Zusammenhang, der sich durch psychosoziale Faktoren und in geringerem Maße durch Lebensstilfaktoren erklären lässt. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung integrativer Ansätze zur Verringerung der sozialen Ungleichheiten in Bezug auf den Schlaf.

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