SARS-CoV-2-Infektion und das Risiko neuer chronischer Krankheiten: Erkenntnisse aus einer Längsschnittstudie an der Bevölkerung
David De Ridder Anshu Uppal, Serguei Rouzinov, Julien Lamour, María-Eugenia Zaballa, Hélène Baysson, Stéphane Joost, Silvia Stringhini, Idris Guessous und Mayssam Nehme für die Specchio-COVID-Studiengruppe19.
SARS-CoV-2-Infektion und das Risiko neuer chronischer Erkrankungen: Erkenntnisse aus einer bevölkerungsbasierten Längsschnittstudie.International Journal of Environmental Research and Public Health, 26. Januar 2025, doi: 10.3390/ijerph22020166.
Zusammenfassung
Hintergrund: Die langfristigen Auswirkungen von SARS-CoV-2-Infektionen auf die Entstehung chronischer Krankheiten sind noch immer nicht vollständig verstanden, insbesondere in der Allgemeinbevölkerung.
Ziele: Das Hauptziel bestand darin, den Zusammenhang zwischen SARS-CoV-2-Infektionen und neu diagnostizierten chronischen Krankheiten zu bewerten. Es wurden auch zwei sekundäre Ziele untersucht: die Beobachtung geografischer Unterschiede in dieser Assoziation und die Untersuchung, ob diese Infektionen bereits bestehende chronische Krankheiten verschlimmern.
Methoden: Die Daten von 8086 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studie "Specchio-COVID-19", die zwischen 2021 und 2023 im Kanton Genf (Schweiz) durchgeführt wurde, wurden analysiert. Die Forscher/innen verwendeten statistische Modelle, die verschiedene Faktoren wie Alter, Geschlecht, sozioökonomischen Status und Zugang zur Gesundheitsversorgung berücksichtigten, um den Zusammenhang zwischen SARS-CoV-2-Infektionen und chronischen Krankheiten, die von den Teilnehmer/innen gemeldet wurden, zu untersuchen.
Ergebnisse: Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion meldeten, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit, mit einer neuen chronischen Krankheit diagnostiziert zu werden, als Personen, die nicht infiziert waren (Risiko um etwa das 2,15-Fache erhöht). Bei diesem Zusammenhang zwischen Infektion und neuen chronischen Krankheiten wurden erhebliche geografische Unterschiede festgestellt. Obwohl bei Infizierten zunächst eine Verschlimmerung bereits bestehender chronischer Krankheiten beobachtet wurde, blieb dieser Zusammenhang nach strengeren statistischen Anpassungen nicht mehr signifikant.
Schlussfolgerungen: Diese Ergebnisse zeigen, dass Infektionen mit SARS-CoV-2 langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit haben können, indem sie das Risiko für die Entwicklung chronischer Krankheiten erhöhen. Sie unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Ansätze und geeigneter Strategien im Bereich der öffentlichen Gesundheit, um auf die langfristigen Folgen der Pandemie zu reagieren.
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