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Psychosoziale Faktoren beeinflussen die sozialen Ungleichheiten bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden.

Viviane Richard, Elsa Lorthe, Roxane Dumont, Andrea Loizeau, Hélène Baysson, Stephanie Schrempft, María-Eugenia Zaballa, Julien Lamour, Rémy P. Barbe, Klara M. Posfay-Barbe, Idris Guessous & Silvia Stringhini für die SEROCoV-KIDS-Gruppe.
Psychosocial factors mediate social inequalities in health-related quality of life among children and adolescents.BMC Public Health, 29. Oktober 2024, doi: 10.1186/s12889-024-20393-0.

Zusammenfassung

Hintergrund: Ziel dieser Analyse war es, die Rolle psychosozialer und verhaltensbezogener Faktoren für sozioökonomische Ungleichheiten bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (LQoL) von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden zu bewerten.

Methoden: Querschnittsdaten wurden aus der SEROCoV-KIDS-Kohortenstudie extrahiert, die in Genf, Schweiz, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurde. Die Assoziationen zwischen sozioökonomischen Bedingungen (höchster Bildungsabschluss der Eltern, finanzielle Situation des Haushalts) und LQS, psychosozialen Faktoren (Eltern-Kind-Beziehung, Schulschwierigkeiten, Freunde, außerschulische Aktivitäten) und Verhaltensfaktoren (Bildschirmzeit, körperliche Aktivität, Zeit in Grünanlagen, Schlafdauer) sowie die Assoziationen zwischen psychosozialen und Verhaltensfaktoren und LQS wurden mithilfe von verallgemeinerten Schätzgleichungen bewertet. Kontrafaktische Mediationsanalysen wurden durchgeführt, um Wege zu testen, die die sozioökonomischen Bedingungen mit der LQW verbinden.

Ergebnisse: Von 965 Kindern und 816 Jugendlichen hatten diejenigen, die unter schlechten finanziellen Bedingungen lebten, mit größerer Wahrscheinlichkeit eine niedrige LQS (angepasstes Odds Ratio [aOR]: 3,80; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 1,96-7,36 für Kinder und aOR: 3,66; 95%-KI: 2,06-6,52 für Jugendliche). Psychosoziale Merkmale trugen zu 25% (95%-KI: 5-70%) bzw. 40% (95%-KI: 18-63%) der finanziellen Unterschiede in der QVLS bei Kindern bzw. Jugendlichen bei. Das Gesundheitsverhalten war nur schwach mit den sozioökonomischen Bedingungen verknüpft und trug nicht zu den finanziellen Unterschieden in der LQW bei.

Schlussfolgerungen: Diese Ergebnisse liefern empirische Belege für Mechanismen, die sozioökonomische Unterschiede in der LQW von Kindern erklären, und könnten gezielte Interventionen zur Verringerung von Ungleichheiten im Gesundheitsbereich aufzeigen.

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